Krupps Immobilie, historisch


http://www.meckpress.de/2014/11/16/krupps-uckerm%C3%A4rkische-villa-h%C3%BCgel/

------------------------------------------------

KRUPPS UCKERMÄRKISCHE VILLA HÜGEL

Gestern war ich auf Spurensuche in der Uckermark. Neben Kröchlendorff, wo sich der eiserne Reichskanzler Fürst von Bismarck öfter aufhielt, wenn er seine Schwester Malwine besuchte, oder Gerswalde, wo man sich seit 1929 um Kinder und Jugendliche mit Problemen kümmert, galt ein Besuch Biesendahlshof im Amt Gartz. Das dortige Schloss, ein wilhelmischer neobarockbau, steht leer und verfällt mehr und mehr. Dabei hat es eine spannende Geschichte.

1938 kaufte es Kanonenkönig Gustav Krupp über die Friedrich Krupp AG als Hochzeisgeschenk für seine Tochter Irmgard und deren Mann Johann Freiherr Raitz von Frentz. Clever, wie der alte Krupp nun einmal war, belastete er das Gut aber mit einer millionenschweren Hypothek, so dass sein Schwiegersohn, dem er zur Beginn der Ehe wenig vertraute, nie die Möglichkeit gehabt hätte, das Gut zu verkaufen.

Heute ging erst einmal eine Mail an das Amt Gartz mit der Bitte um "Amtshilfe". Wem gehört di Imobilie heue? Warum steht sie leer? Welche geschichte hat sie nach 1945 gehat? Vielleicht weiß aber auch meine Lesergemeinde etwas. Ich bin für jeden hinweis dankbar:


Quelle: http://www.meckpress.de/2014/11/16/krupps-uckerm%C3%A4rkische-villa-h%C3%BCgel/

..........................................................

comment:

Helmut Borth (Samstag, 10 Januar 2015 08:09)

Gestern erhielt ich eine Mail des in Biesendahl geborenen Hubert Post zum Gutshaus Biesendahl. Seien Informationen vervolständigen das Bild der Geschichte dieser-Krupp-Immobilie."Ich bin in Biesendahlshof geboren und gebe Ihnen einige Hinweise zum Gutsschloss nach 1945.
"Ich bin in diesem Schloss geboren , da meine Eltern als Flüchtlinge aus Pommern hier bis 1953 lebten. Meine Mutter war bis Anfang 1945 Hausangestellte erst bei der Familie von Dewitz und nach dem Eigentümerwechsel bei der Tochter von Krupp. Zum Schloss gehörte das Gutsverwalterhaus links und eine Gärtnerei mit Gewächshaus und großem Garten mit tollen Äpfeln, Birnen usw. Rechts vom Haus war u. a. eine Bäckerei und andere Wirtschaftsräume, die heute z. T. nicht mehr da sind.
Das Schloss war im Frühjahr 1945 kurzzeitig der Gefechtsstand des SS-Regiments ,de Ruiter. Nach 1945 wurde es geplündert und es zogen viele Flüchtlinge ein. Im Laufe der Jahre etablierten sich dann im Schloss die Grundschule (1.-3.Klasse), der Konsum, die Dorfgasstätte, das Gemeindebüro und der Festsaal wurde genutzt für alle Feiern und für Kinoveranstaltungen. Das Haus entwickelte sich zum 'Zentrum' des Dorfes. Ende der 60iger Jahre wurde in den Keller des Schlosses eine Duschanlage mit Bademöglichkeit für die Dorfbewohner eingebaut,was damals ein sehr grosser Gewinn war. Im Wintergarten gab es in den 50er Jahren eine Bibliothek mit überwiegend sowjetischer Literatur! In den oberen Räumen blieben bis in die 80er Jahre Wohnungen bestehen.
Auch ich bin heute noch jedes Jahr in Biesendahlshof und muss leider den Verfall des Hauses feststellen,zumal es einer der wichtigsten Spielplätze meiner Kindheit war.
Bis in die 60er Jahre war das Haus in einem relativ guten Zustand und es wurde sogar neu eingedeckt und neu geputzt. Die Garten-und Parkanlage war überwiegend erhalten und der Springbrunnen hinter dem Haus war baulich in Ordnung. Vor dem Haus auf dem Platz standen zwei sehr grosse alte Linden."
Vielleicht haben auch Sie noch Informationen. Wem gehört das Gutshaus heute? Das per E-Mail angefragte Amt Gartz antwortet nicht jedem. Dabei bestht gegenüber Journalisten eine Auskunftpflicht.

Guten Abend. Mein Name ist Henrik Schwan und ich wohne seit 53 Jahren in dem schönen verschlafenen Örtchen Biesendahlshof. Das Gutshaus soll im Besitz eines Polnischen Staatsbürgers sein der das Gutshaus vor ca. 3 Jahren käuflich erworben haben soll. Es ist schon sehr komisch und rätselhaft was sich bis Heute für Myhten und Geheimnisse ranken! Das alles was der Herr Post  ihnen mitgeteilt hat entspricht der Realität. Viel ist nicht mehr mit anzuführen nur soviel das zum Gut Biesendahlshof noch das Vorwerk Albatinenhof mit Häusern, Stallungen und Obstplantage gehörte! Biesendahlshof war bis 1945 zur Gemeinde Woltersdorf ansässig und zugehörig. Alle alten Einwohner sind leider verstorben oder verzogen. Was das Amt Gartz/Oder betrifft nur soviel. Dieses Amt ist  leider genauso Rätselhaft und voller Myhten wie das Gutshaus Biesendahlshof! Es besteht daher kaum Hoffnung das irgendwer oder irgendeiner aus dem Amt Gartz/Oder ihnen mit Rat und Tat oder Auskunft helfen wird! Eine Möglichkeit wäre vielleicht doch noch mehr über das Gutshaus Biesendahlshof zu erfahren. Der ehemalige zu DDR Zeiten agierende Bürgermeister Alfred Berndt, Lindenallee 5, 16306 Casekow OT-Biesendahlshof oder Telefon: 033331/64624 zu erfahren. Er war jahrelang Bürgermeister auch noch einige Jahre nach der Wendezeit bis in die 1990 ziger Jahre. Wenn einer Auskunft geben kann dann der Herr Berndt!


P.S. Bei weiteren Fragen stehe ich ihnen sehr gerne zur Verfügung. Ich stehe auch zu jetzigen Enkelkindern der Familie von Dewitz mehr oder weniger per Mail in Kontakt. Habe die Familiengruft in Stettin schon besucht und bewundert die in einem sehr gepflegten Zustand ist.


Mit freundlichen Grüßen Henrik Schwan